Reit- und Fahrverein Wiesloch e.V. Reit- und Fahrverein Wiesloch - Turnier 2005
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Presseberichte

Wieslocher Reiter sind ein starkes Team
Reit- und Fahrverein bekam für sein „Wieslocher Pferdesport-Highlight“ am Wochenende sehr viel Lob

RNZ Wiesloch 13.7.05 Als in der letzten Woche der Donnerstag grollte, stellen sich die Turniermacher des Reit- und Fahrvereins in Wiesloch gespannt hinter den Fenstern des Reiterstübchens auf. Als der Regen prasselte, blickten sie auf die Uhr. Anderthalb Stunden später strahlten sie – nach dem Gewitter – mit der Sonne um die Wette. In geordneten und genau vorgesehenen Bahnen war das Regenwasser abgelaufen. „Der Boden ist schon wieder bereitbar“, schwärmte Vereinsgeschäftsführer und Turnierchef Andreas Wagner. Da war klar: Das Turnier, das Wieslocher Reitsport Highlight“, konnte kommen.

Nachdem im letzten Jahr auf dem Springplatz nach sintflutartigen Regenfällen eine „Arche Noah das beste Gefährt gewesen wäre“, wie es der Vorstand Joachim Purrucker formulierte, hatte das Turnierteam vorgesorgt. Das Bürstadter Kieswerk- und Reitplatzboden-Unternehmen Schäfer hatte das Geläuf neu planiert und ein Gefälle eingebaut, um einen Regenguss abzuleiten. Das hat funktioniert – für beide Seiten, denn Juniorchef Armin Schäfer wurde jetzt am Wochenende zum erfolgreichsten Springreiter des Turniers. Und als es dann gar nicht regnete, waren die Organisatoren auch nicht sauer – besser ist es, auf Nummer Sicher zu gehen.

Den Wieslochern gelang ein rundes Turnier. Für eine nette Organisation erhielten sie Lob von allen Seiten. Bei der letzten Siegerehrung am Sonntagabend waren es rund 25 Frauen und Männer der Helfermannschaft, die sich zum Gruppenbild aufstellten. Der Applaus für den Sieger gebührte auch ihnen.

Dabei ist das „Pferdesport Highlight“ nur ein Teil im Jahresprogramm des Vereins, dem die Stadtrandbebauung mittlerweile gewaltig auf den Pelz gerückt ist. „Wir bemühen uns aber auch sehr um ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn und viele haben Freude an den Pferden“, hat Vorstand Purrucker bemerkt. Mit einem vielseitigen Breiten- und Jugendsportangebot stellt sich der Reitverein auf die Situation ein. Reitlehrer Joachim Ertz leitet erfolgreich den Vereinsbetrieb, in dem sechs eigene Schulpferde treu ihre Dienste tun. Allerdings wird er von einer Hand voll Übungsleitern unterstützt. „Bei unseren Reitschülern herrscht eine richtig tolle Stimmung“, lacht Inge Dosch, die Frau des Vizevorstandes Jürgen Dosch. Auch sie gibt Reitstunden für die Jugendlichen der Stadt.

Wieslochs Markenzeichen: Die Aufgaben im Verein sind gerecht verteilt. Andreas Wagner, der selbst Turnierreiter ist, fungiert als Turnierchef, Jürgen Dosch ist der Techniker und Vorstand Purrucker behält den Überblick. Seine Frau Constanze leite übrigens das Voltigieren, wovon sie mit ihrer Turniergruppe vor dem Großen Preis eine sehenswerte Kostprobe ablieferte. Ex–Vorstand und Organisationsprofi Ralf Zinsmeister leitet seit Jahren die für den Gesamtablauf so wichtige Meldestelle. „Wir sind ein starkes Team“, beschreibt Inge Dosch.

Am Sonntagabend nach dem Turnier feierten sich die Wieslocher übrigens selbst – völlig zurecht. Als bei der Siegerehrung des Großen Preises das Bierfass leer wurde, fragte der junge Helfer am Zapfhahn seine Vorstandschaft: „Soll ich noch eins anschließen?“ Natürlich, so lautete die Antwort. Angestoßen wurde auf das „Wieslocher Reitsport – Highlight 2006“.

Fette Beute für Hobby-Jäger Schäfer
Zwei S-Siege beim „Reitsport-Highlight“ in Wiesloch – Die Geschichte vom Rousseau

RNZ Wiesloch 12.7.05 Rousseau, Jean-Jacques mit Vornamen geheißen, war ein Aufklärer und dennoch ein romantischer Mensch. Er studierte Musik und Literatur und genoss anfangs das Leben als Schöngeist. Berühmt wurde der Franzose erst nach seinem Tod, den er im Jahre 1718 erlitt. Einsam. In Melancholie versunken. Depressiv.

Rousseau, der Schimmelwallach aus dem Stall von Armin Schäfer, ist nicht schön. Sein Kopf ist nach allgemeinen Hausfrauenreitstunden-und-Britta-siegt-auf-Silber-Schönheitsidealen schlichtweg grottenhässlich. Seine Hüftknochen stehen nach oben ab, wenn er langsam Schritt läuft, knicken seine Sprunggelenke nach außen ab. Aber dieser zehnjährige Schimmelwallach kann hüpfen wie Biene Majas Freund Flip. Auf Rousseau setzte der 25-jährige Mannheimer Springreiter, der Sieger der „Badenia“ und des „Championats von Mannheim“, große Hoffnungen. Zumal in den nächsten Wochen, in denen seine anderen Rösser noch immer von einem Virus geschwächt sind.

Rousseau hat Glück gehabt. Kein Mensch hatte ihm zugetraut, fehlerfrei über 1.50 Meter hohe Hindernisse springen zu können. Über ein Pferdehandel kam der große Schimmel eher zufällig zu Armin Schäfer: Als Dreingabe gewissermaßen. Und weil die Schäfers im Frühjahr nicht wussten, wohin sie Rousseau abstellen sollten, fragten sie kurzerhand beim Springreiterkollegen Jürgen Kurz in Leingarten nach. So kam es, dass der Schimmel von dem Virus verschont wurde, der Armin Schäfers Stall in den letzten Wochen befallen hatte. Weil sich die meisten Schäfer – Pferde noch in Rekonvaleszenz befinden, bekam der Schimmel jetzt am Wochenende beim „4. Reitsport - Highlight“ in Wiesloch seine große Chance. Er hat sie genutzt.

Am Samstag trug er seinen Reiter im Punktespringen der Klasse S zum Sieg, tags darauf im Großen Preis wurden die beiden immerhin noch Vierter, während der junge Stallkamerad Connie zu Schäfers Siegerpferd wurde. Der 25-jährige Hobby-Jäger Armin Schäfer machte in Wiesloch fette Beute. Natürlich – nach zwei S-Siegen – gewann er auch den Sonderehrenpreis für den erfolgreichsten Reiter und durfte auf einem Mountainbike eine Extra-Ehrenrunde drehen.

Im Stechen des Großen Preises am Sonntagmittag musste er als letzter Starter auf seinem Connie einen Gang hochschalten, um Alvar Schmidt-Bandelow von der Führung zu verdrängen. Der Chef des Birkenhofs in Ladenburg, der dieses Jahr schon in Eppelheim und in der letzten Woche in Heddesheim gesiegt hat, legte auf dem zierlichen braunen Wallach Last Minute fehlerfrei eine Zeit von 38,47 Sekunden ein. Hinter Harry Kappel  aus Steinau auf Attila, wurde Altmeister Karl-Heinz Schwab aus Bad Rappenau auf Rossini Fünfter.

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(Texte sind korrigiert)